1923 wurde die Weberei und Rauerei um eine Zweizylinder-Spinnerei mit mehr als 5300 Spindeln erweitert, wodurch die für Raugewebe benötigten groben und weichen Schussgarne selbst hergestellt werden konnten. Beim Zweizylinder-Spinnverfahren (Streichgarnverfahren) wird das Faserband zwischen den namensgebenden Zylinderpaaren verzogen. Dies ermöglicht auch ein Verspinnen von kurzen Fasern.
Im neu erbauten Spinnerei-Shedbau nutzte man das Erdgeschoss für die Lagerung von Garnen und das Obergeschoss für Krempelsätze und Selfaktoren. Ein Treppenhaus mit Toiletten sowie Staubtürme wurden angrenzend an den Shedbau erbaut.
1929 wurde der Spinnerei-Shedbau um ein Transformatorenhaus erweitert. Der Zwinger der Deutschen Schäferhündin Bella von Auchtertwald, die am 9. September 1959 erworben wurde und gemeinsam mit dem Nachtwächter nachts ein paar Runden auf dem Areal drehte, befand sich hinter dem Spinnerei-Shedbau.
1967 musste die Spinnerei aufgrund des ausländischen Preisdrucks (vor allem aus Italien, Portugal, Pakistan und der Türkei) durch die Öffnung des Marktes innerhalb der damals gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft geschlossen werden. Dadurch sank die Zahl der Beschäftigten deutlich.